Zurück in Nepal

endlich wieder Nepal:
25. September Seit zwei Tagen sind wir wieder in Nepal - dem Moloch entkommen! Um zu erkennen, wie schön es hier wirklich ist, muss man wohl erst durch Indien fahren. Keine Menschenmassen ohne Ende, keine Unmengen von Dreck und Abfall, wieder Luft zum Atmen und nicht mehr ständig fahren mit Schrittgeschwindigkeit. Selbst das Klima kommt uns angenehmer vor.  -  Es macht wieder Spaß Motorrad zu fahren. Erste Übernachtung war bei Einheimischen die nebenbei so was wie ein Pension betreiben. Sehr einfach aber sauber.
 
Zuerst auf der schon bei der Hinfahrt gefahrenen Route, wenden wir uns  ca. 250 km vor Kathmandu nach Norden. Mustang, das ehemalige buddhistische Königreich, einsam in den Bergen im Noden Nepals gelegen, ist unser letztes Etappenziel.
 
Als Ausgangspunkt haben wir ein schönes komfortables Hotel gefunden. Kaum angekommen beginnt ein Monsun-Dauerregen wie wir ihn noch nirgendwo erlebt haben. Gefühlt befindet man sich unter Wasser obwohl es nur bis zu den Knöcheln steht. Die Leute hier raten uns davon ab, morgen nach Mustang zu fahren. Bei dem Monsun ist dort mit extremen Schlamm und unbefahrbaren Straßen zu rechnen. Und darauf sind wir nach den überstandenen Strapazen in Kashmir nicht wild.
 
Wir genießen den entspannenden Abend bei einem guten Bier und hervorragendem Whisky - und überdenken unsere Reiseplanung
 
26. September Nach reiflicher Überlegung haben wir beschlossen auf den Rat der Einheimischen zu hören. Ohne unsere Erfahrungen in Kashmir hätten wir uns wohl anders entschieden. Ersatzziele: Der Chitwan-Nationalpark und Daman im Gebirge südwestlich von Kathmandu. Im Natianalpark finden wir schnell eine gute Unterkunft. Hier, am Rande des Dshungels können wir unere Motorräder einmal mit einem Elefant vergleichen. Für den Dshungel ist der Dicke klar die bessere Wahl. Am nächsten Tag nehmen wir dann aber lieber wieder die Motorräder.
 
Letzter Zwischenstopp vor Kathmandu: Die Passhöhe bei Daman in außergewöhnlich schöner Gebirgslandschaft. Für hiesige Verhältnisse eher ein Mittelgebirge befindet ich das Hotel auf 2500 m mit traumhaften Ausblick auf die 8000er des Himalaya. Eine direkte Zufahrt zum Everest Panorama Resort gibt es nicht. Die Motorräder werden sicher weggesperrt und das Gepäck wird vom Personal die ca. 400m bis zum Hotel getragen. Als einzige Gäste geniesen wir den zuvorkommenden Service und bei Sonnenaufgang ein grandioses Spiel von Licht und Farben das die Sonne in die Hänge des Himalaya zaubert.
 
28. September zurück in Kathmandu: wir glaubten uns dem Verkehrsinfarkt schon entkommen, mußten wir uns vor Kathmandu noch einmal in den endlosen Dauerstau einreihen. Hier haben wir noch mal 4 Tage Zeit uns die Stadt in Ruhe anzusehen. Den ersten Tag verbrachten wir aber erst mal damit unsere Maschinen wieder zu verpacken und durch den besonders gründlichen Zoll zu bringen. Die kennen unsere Maschinen wahrscheinlich im Detail jetzt besser als wir.  Nach über 6 Stunden war es vollbracht: der letzte Stempel unter die Papiere und unsere Kisten verschwinden im Lager. Einen Tag vor uns sollen sie wieder in Deutschland sein...?
 
Wir sind überrascht - Kathmandu entpuppt sich als wirklich schöne Stadt: malerische Altstadt, verwinkelte Gassen, verträumte Hinterhöfe, überall gemütlichen Kneipen und Live-musik, Läden und Märkte aller Art und wohl unendlich viele Tempel. Mangels Motorrad verwenden wir dann auch ein Rikscha, dessen Fahrer schon seit unserer Ankunft ständig seine Dienste anbietet. Mehrere Stunden fährt er uns kreuz und quer um uns seine Stadt zu präsentieren.
 
Wir geniesen den Zauber der Stadt und langsam fällt die Anspannung von uns ab. Wir haben es geschafft, ohne schwere Verletzungen, Krankeiten und auch die Maschinen haben durchgehalten. Es hätte wohl auch anders verlaufen können. Nicht zu vergessen ist die wohl kritischste Situation wo Torsten bei einem Sturz mit dem Fuß unter den Alukoffer und in das weiterdrehende Hinterrad geriet. Fuß und Knie sind jetzt noch geschwollen und werden wohl noch einige Zeit Schmerzen bereiten. Die Reise hätte hier schon in der ersten Woche vorbei sein können.
  
Am letzten Tag wollen wir uns, soweit das Wetter mitspielt noch ein spezielle Highlight gönnen: Himalaya von oben.
 
Fast unwirklich wirkte das großartige Panorama der 8000er des Himalaya aus der Luft, welches wir bei herrlichem Sonnenschein zum Abschluß unserer Reise bei einem Rundflug geniesen konnten.
 
Einen Tag später sind wir wieder in Deutschland - alles wirkt erst mal fremd. Auf 5800 km haben wir in 4 Wochen eine andere Welt kennengelernt, die uns verdeutlicht wie gut wir hier leben. Obwohl nicht so  lang wie die vorhergehenden Touren, verlangte sie uns alles ab und war voller extremer Gegensätze. Wir sahen wunderschöne Landschaften, die eine weitere Reise wert sind und viele Gebiete, die wir bestimmt nicht wieder bereisen werden. Überall gleich beeindruckend die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft mit der einem die Menschen begegnen.
 
Die Abenteuerlust ist er mal gestillt (?).....

Mai 2024

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